In der heimischen Seeweiherhalle mussten die Bayernligavolleyballer unseres TSV 1860 ihre Siegesserie reißen lassen. Gegen den VfL Volkach unterlagen die „TSVSechziger“ nach über zwei Stunden Spielzeit mit 2:3, sicherten sich aber zumindest einen wichtigen Punkt: Die Vorzeichen für den Spieltag waren alles andere als ideal. Mit Franz Miedel (Knieprobleme), Björn Dehler (geschwollener Knöchel) und Max Pflaum (Schulterprobleme) gingen gleich mehrere Stammkräfte angeschlagen in die Partie, zudem konnte Thomas Schiele aufgrund einer Veranstaltung in München erst verspätet ab dem zweiten Satz eingreifen. Dennoch fanden sich trotz etwas weniger gefüllter Halle zahlreiche Zuschauer ein, darunter viele Spieler aus den unteren TSV-Mannschaften, die zuvor selbst im Einsatz gewesen waren und die Bayernligamannschaft lautstark unterstützten.
Mit dem VfL Volkach wartete zudem ein Gegner, gegen den die Weißenburger zum Saisonauftakt noch deutlich mit 0:3 verloren hatten – die Motivation, sich zu revanchieren und wichtige Punkte zu holen war da.
Der TSV startete mit Franz Miedel und Universalspieler Yannick Hemmeter auf der Mittelblockposition, Fabian Eberle und Philipp Häußler auf Außen, Michael Dalinger im Zuspiel, Max Pflaum diagonal sowie Kim Sauer als Libero. Der Beginn des Spiels war von solidem Sideout-Spiel beider Mannschaften geprägt, mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Doch gegen Ende des ersten Satzes schlichen sich bei den Weißenburgern Konzentrationsfehler ein. Volkach nutzte dies konsequent aus und ging in der Crunchtime in Führung. Zwar kämpfte sich der TSV mit starker Block-Abwehr-Arbeit noch einmal zum 23:23 heran, musste sich am Ende aber unglücklich mit 23:25 geschlagen geben.
Ab dem zweiten Durchgang stand dann Thomas Schiele zur Verfügung und übernahm die Mittelposition, Hemmeter rückte in die Rolle des variabel einsetzbaren Einwechselspielers. Die Weißenburger agierten nun deutlich konsequenter. Gute Aufschläge setzten Volkach früh unter Druck und ermöglichten eine 4:1-Führung. Dieser Vorsprung hatte lange Bestand, ehe die Gäste beim Stand von 17:17 mit einer Fünf-Punkte-Serie zurückkamen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, den die Hausherren diesmal mit 25:22 für sich entschieden – der verdiente Satzausgleich
Im dritten Satz fand Volkach wieder zu seiner Anfangsstärke zurück. Herausragende Abwehrarbeit der Gäste führte zu langen Rallyes, in denen sich Weißenburg zunehmend schwertat, konsequent zu punkten. Hinzu kamen Annahmeprobleme durch starke Aufschläge des Gegners, sodass die TSV-Angriffe häufig vorhersehbar über Außen oder Diagonal liefen. Darauf stellte sich Volkach gut ein und entschied den Durchgang mit 25:20 für sich.
Auch der vierte Satz begann holprig für die Gastgeber, Volkach zog zunächst auf 3:0 davon. Doch die Weißenburger ließen sich nicht beirren und kämpften sich zurück. Beim Stand von 7:6 musste Franz Miedel aufgrund zunehmender Knieschmerzen vom Feld, der erfahrene Björn Dehler übernahm. Mit seiner Präsenz und lautstarken Führung pushte er das Team spürbar. Gute Aufschläge und clevere Spielzüge sorgten für eine 12:6-Führung. Zwar kam Volkach nach einigen Wechseln noch einmal auf 15:13 heran, doch diesmal ließ sich der TSV den Satz nicht mehr nehmen und erzwang mit 25:23 den Tiebreak – der erste Punkt des Tages war gesichert.
Der Entscheidungssatz begann auf Augenhöhe, die Emotionalität auf beiden Seiten war deutlich spürbar. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen brachten zusätzliche Unruhe ins Spiel und führten zu einer gelben Karte gegen Weißenburg. In der Folge häuften sich Annahme- und Angriffsfehler, wodurch Volkach sich immer mehr absetzen konnte. Nach einer roten Karte, die den Gästen einen Punkt und das Aufschlagrecht einbrachte, war der Rückstand zu groß: Beim 8:15 mussten sich die Weißenburger geschlagen geben.
Trotz der Enttäuschung über den Ausgang bleibt festzuhalten: Der TSV 1860 Weißenburg zeigte sich auch in geschwächtem Zustand konkurrenzfähig und holte gegen einen unangenehmen Gegner einen wichtigen Punkt. Eingesetzt wurden Dalinger, Dehler, Eberle, Alakareem, Häußler, Hemmeter, Miedel, Pflaum, Sauer, Schiele und Weiler. An der Seitenlinie standen Trainer Florian Krach, Co-Trainerin Sarah Brechtelsbauer und Scout Thomas Großmann.
Nun gilt es, in den kommenden Tagen vor allem wieder Kräfte zu sammeln und angeschlagene Spieler fit zu bekommen. Der Spielplan lässt kaum Luft zum Durchatmen: Bis auf das Wochenende am 24./25. Januar stehen die letzten zehn Saisonspiele an jedem verbleibenden Wochenende bis zum 23. März an. Mit fünf Siegen und drei Niederlagen rangiert der TSV aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz. Die nächste Aufgabe wartet bereits am 17. Januar in Schwaig – dort wollen die „Sechziger“ erneut wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln.

