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Rotter Turnier 2026 2

Unser TSV 1860 konnte beim 32. Rudolf-Rotter-Gedächtnisturnier einen neuen Teilnehmerrekord vermelden. 720 Nachwuchs-Kämpfe in der Landkreishalle. „Der hat gerade ein gravierendes Problem“, antwortete Jörg Dinkelmeyer schmunzelnd auf die Frage des Reporters, wo denn Thomas Hitz eigentlich sei. Der Spartenleiter und Trainer der Ringer-Abteilung war beim 32. Rudolf-Rotter-Gedächtnisturnier in der Landkreishalle zunächst nicht auffindbar gewesen. Des Rätsels Lösung: Den Weißenburger Gastgebern waren die Siegerpokale ausgegangen, so groß war der Andrang beim traditionsreichen Nachwuchsturnier am vergangenen Samstag. Hitz war also am Vormittag losgeeilt und hatte Pokale aus dem Bestand nachgravieren lassen.

328 Teilnehmer aus den Jahrgängen U8 (ab Jahrgang 2020) bis U17 gingen an einem langen Turniersamstag im freien Stil auf die vier Weißenburger Matten. Die jungen Ringer kamen aus 32 Vereinen, der Großteil aus Bayern, aber auch aus Baden-Württemberg und aus dem österreichischen Vorarlberg. Die größten Abordnungen stellten der SC Isaria Unterföhring (24), die SV Johannis Nürnberg (23) und mit jeweils 22 Sportlern der gastgebende TSV 1860 Weißenburg und der TSV Westendorf; auch der UFC Ellingen war mit zwei Sportlern vertreten. Insgesamt wurden rund 720 Kämpfe ausgetragen.

Noah Stettinger (TSV, rot)   Dominik Brandstetter (AC Röhlingen) (14)

Größenordnungen, die erst einmal bewältigt werden wollen. Rund 50 Helfer aus der Sparte Ringen des TSV 1860 waren rund um das Turnier mit Aufbau, Abbau, Organisation, Kampfgericht und der Versorgung vor Ort beschäftigt. Und die war nicht von schlechten Eltern, im Foyer wurden frisch Pizzen zubereitet, das Klassenzimmer neben dem Eingangsbereich wurde zur Kantine mit einer reichlichen Auswahl umgebaut. Die Gastgeber freuten sich freilich über die große Resonanz, wie sie sie in der rund 40-jährigen Geschichte des Turniers noch nicht hatten (schon vor der Umbenennung in „Rudolf-Rotter-Gedächtnisturnier“ in Erinnerung an den langjährigen Abteilungsleiter gab es den Nachwuchswettbewerb ja schon). Die Gründe dafür, die sind wohl vielschichtig, wie auch die Organisatoren aus der Ringerabteilung des TSV 1860 um Thomas Hitz und Jörg Dinkelmeyer vermuten.

An erster Stelle steht wohl die Nachhaltigkeit und Konstanz, mit der die Weißenburger Ringer dieses Turnier veranstalten, der Bekanntheitsgrad in Bayern und darüber hinaus ist hoch. Und so viele Turniere für den Nachwuchs in dieser Größenordnung gibt es dann eben nicht mehr. Dinkelmeyer zählt auf und kommt zu dem Schluss, dass es bayernweit schätzungsweise noch deren zehn sein dürften.

Und dann hat den Ringern des TSV 1860 wohl auch noch der geänderte Termin in die Karten gespielt. An sich steht das Rudolf-Rotter-Gedächtnisturnier ja erst später im Jahr im Kalender, wegen der anstehenden Sanierung der Landkreishalle aber mussten die Weißenburger den Termin vorziehen. Parallel dazu hat der Bayerische Ringer-Verband seine Meisterschaften in diesem Jahr in beiden Stilarten – Freistil und Griechisch-Römisch – und altersklassenübergreifend an einem Wochenende Anfang Februar als Großveranstaltung mit insgesamt 941 Teilnehmern in der HUK-Arena in Coburg ausgetragen. Was zur Folge hatte, dass der Terminkalender der bayerischen Ringer entzerrt wurde und Pokalturniere wie jenes am Samstag in Weißenburg gerne besucht werden.

Was die Weißenburger Verantwortlichen am Rande des Turniers am Samstag zudem am großen Zuspruch erfreute: „Für den Ringer-Standort Weißenburg ist das brutal wichtig“, fasst Jörg Dinkelmeyer zusammen. Zur Erinnerung: Anfang September mussten die TSV-Ringer ja ihre Männerstaffel mangels Personal aus der Landesliga zurückziehen, was schon ein massiver Rückschlag für die traditionsreiche Sportart in der Stadt war. Dass eine der ältesten Sportarten der Welt in Weißenburg noch lebt – gerade was das Fundament, also den Nachwuchs, anbelangt – dieses Zeichen ist am Samstag deutlich ausgesendet worden.

Verbunden aber auch mit einer Frage: Was passiert 2027 mit dem Rudolf-Rotter-Gedächtnisturnier? Die Landkreishalle als bewährter Austragungsort steht da wegen der Sanierung nicht zur Verfügung. Ob ein Umzug in die neue Seeweiherhalle für die 33. Auflage terminlich, organisatorisch, technisch und nicht zuletzt finanziell möglich ist, das beschäftigte die Verantwortlichen der Sparte Ringen im TSV 1860 Weißenburg bereits am Rande von Ausgabe Nummer 32. Sie hoffen jedenfalls darauf, dass diese Probleme nicht, nun ja, „gravierender“ Natur sein mögen…