Nach dem letzten Bericht hatten sich die Weißenburger Handballherren ein kleines weihnachtswunder erhofft, das sich im Form von Punkten aus dem letzten Spiel vor der Pause manifestieren sollte. Da dieses auswärts beim starken Tabellenzweiten des TSV Rosstal 2 stattfinden würde war der Glaube an ein solches Wunder eher spiritistischer Natur. Don´t stop believin´ war am späten Sonntagabend dann aber nicht nur Party-Hit sondern die Auswärtsfahrt selbst geriet unter diesem Motto zur Handballparty. Mit 28:25 gewannen die Sechziger nämlich ihre Auswärtsaufgabe und lieferten dabei über weite Strecken ihre beste Saisonleistung ab.
Bis gefeiert werden durfte wartete jedoch eine wirklich harte Partie auf die Jungs von Trainerin Sigrid Rudat, die bis auf den längerfristig verletzten Andreas Moj sowie die verhinderten Alexander Symader und Jakob Winkler mit recht gut besetztem Kader aufwarten konnte.
Man begann das Spiel mit der üblichen Startformation, einzig im Tor durfte diesmal Oldie Simon Sulk beginnen, der aufgrund des Fehlens von Symader und Flisar sowie dem nicht ganz fitten Jakob Weber sein erstes Saisonspiel bestritt.
Der frisch zum Spieler des Jahres gekürte Moritz Meyer eröffnete dann im zweiten Angriff die Torschützenliste und brachte die Sechziger in Front. Die Hausherren glichen umgehend aus. Was dann in den nächsten 20 Minuten geschah hätte man sich so vorher sicher nicht vorgestellt. Aus einer überragenden Abwehr heraus, gepaart mit einigen Torhüterparaden diktierte Weißenburg das Spiel. Konzentrierte Abschlüsse sowie ein bärenstarker Defensivverbund ermöglichten einen 6:14 Lauf für Weißenburg. Man spielte aus einem Guss, nahm sich fast nur hundertprozentige Chancen und verwandelte konsequent. In der Abwehr konnten immer wieder Bälle herausgefangen werden oder wurden Beute vom Torhüter. Johannes Brechtelsbauer, erneut der Mann für die Strafwürfe, hielt sich schadlos und steuerte 4 Tore vom Strich zum Zwischenstand von 7:15 bei. Acht Tore Vorsprung nach 22 Minuten beim Tabellenzweiten – das hätten selbst Optimisten nicht erwartet. Doch Weißenburg lieferte hervorragenden Handball ab und so ging diese Führung absolut in Ordnung.
Erst nach mehr als 20 Minuten ging den Sechzigern etwas die Luft aus und Rosstal hatte sich konsolidiert. Der Gegner drehte nun seinerseits auf und verbesserte sich zusehends. Bis zur Halbzeit kamen die Gastgeber nun wieder etwas heran, doch Weißenburg ging immerhin mit vier Treffen Vorsprung – 11:15 aus Heimsicht – in die Pause.
Es galt, erstmal durchzuatmen und Kräfte zu sammeln, denn die ersten dreißig Minuten hatten einiges an Körnern gekostet. Man war aber unbedingt gewillt, die Sensation auch in der zweiten Hälfte zu bestätigen und sich zu belohnen.
Tatsächlich gelang es zunächst, das Tempo und die Intensität aufrecht zu erhalten und bis zur 41. Minute die Führung zu verteidigen und sogar auf 15:20 auszubauen. Doch die folgenden zehn Minuten gehörten eindeutig Rosstal und es stand beim Eintritt in die Schlussphase nur noch 21:21. Vor allem über die beiden starken Außen erzielte Rosstal seine Treffer, was schließlich sogar in einem 23:22 mündete – Weißenburg lag also nach 53 Minuten zum ersten Mal hinten. Aufgrund der letzten acht Minuten darf Sigrid Rudat besonders stolz auf ihr Team sein. Mit wiedererstarkter Defensive sowie cleveren Angriffen gelangte man die Spielkontrolle wieder. Dazu kam, dass Rosstal sich selbst schwächte und in dieser Zeit vier Zeitstrafen kassierte. Dies nutzten die Sechziger aus und spielten die Angriffe erfolgreich aus. Die Defensive hielt den schnellen und wütenden Angriffen der Gastgeber stand, so dass man nur noch zwei Gegentore schlucken musste. Am Ende war der durchaus überraschende Erfolg perfekt und mit 25:28 entführten die Sechziger die Punkte aus Rosstal. Für den Bericht war es nicht möglich, einen einzelnen Protagonisten herauszuheben. Eine absolut homogene Spitzenleistung aller Mannschaftsteile machten diesen Erfolg möglich.
Mit einem sehr guten Gefühl geht es nun erstmal in die Winterpause, am 10. Januar geht es dann in Ansbach bei der HG 2 weiter. Die Handballherren wünschen allen Fans und Förderern eine gute Weihnachtszeit. Bis demnächst in der Halle
Spielverlauf: 0:1, 1:5, 5:10, 7:15, 11:15 Halbzeit – 12:17, 15:20, 19:20, 23:22, 24:25, 25:26, 25:28 Ende
Strafwürfe: TSV Rosstal II 2/2; TSV Weißenburg 5/5
Strafzeiten: TSV Rosstal II 12 Minuten; TSV Weißenburg 4 Minuten
TSV 1860 Weißenburg Jakob Weber, Simon Sulk (beide Tor); Sebastian Rudat 1, Moritz Ortner 4, Tim Lukas 2, Benedikt Sommerer 4, Moritz Meyer 6, Daniel Wokon 4, Michael Brunnenmeier, Florian Beierlein 2, Johannes Brechtelsbauer 5/5 und Simon Heger.



