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Herren 07 12 25

Wiedermal Licht und Schatten in Angriff und Abwehr: Ein ungewohntes Bild am Sonntagabend in der Landkreishalle: Die Sechziger-Bank war fast voll besetzt! Außer Alexander Symader und Benedikt Sommerer – diese wurden im Laufe des Spiels jedoch schmerzlich vermisst – war das Team von Trainerin Sigrid Rudat vollzählig. Das bedeutete an diesem Tag auch, dass die Weißenburger Handballer mit annähernd doppelter Mannstärke aufwarten konnten, als der Gegner vom MTV Stadeln. Dieser reiste nämlich nur mit sechs Feldspielern und zwei Torhütern an, was bedeutete, dass sich einer der Keeper zeitweise ein Feldspielertrikot überstreifen musste, um für Entlastung zu sorgen.


Dass trotz mangelnder Quantität einiges an Qualität aus dem Fürther Stadtteil angereist war, wurde schnell klar. Das Spiel entwickelte sich zu einem schnellen. Nach fünf Minuten waren bereits neun Tore gefallen, Tim Lukas und Basti Rudat hatten jeweils zwei Mal getroffen und es stand 5:4 für die Sechziger. Natürlich hatte man auf Weißenburger Seite die Hoffnung, dass der Gast das hohe Tempo nicht lange werde mitgehen können. Zunächst sah es auch so aus und durch zwei Wokon-Tore stand es zur Mitte der ersten Hälfte 12:9. Doch die dezimierte Stadeln-Reserve gab nicht auf und blieb in Tuchfühlung. Vor allem die an diesem Tag sehr löchrige 1860-Defensive machte es den Gästen leicht, immer wieder Torerfolge zu erzielen. In den letzten zehn Minuten vor der Pause kippte das Spiel dann. Die Sechziger vergaben mehrere Chancen in Folge, während Stadeln jeden Wurf im Tor unterbrachte. Die Folge war ein 17:19-Rückstand aus Hausherrensicht, der durch ein Tor von Michael Brunnenmeier mit der Pausenhupe zumindest leicht verkürzt wurde.
Mit Wiederanpfiff gelang es den Sechzigern, mehrmals auf einen Treffer heranzukommen. Daniel Wokon mit drei TSV-Toren in Folge sowie Johannes Brechtelsbauer mit sicheren Strafwürfen – er betrat ausschließlich zu diesem Zweck die Platte – konnten jedoch auch keine Initialzündung auslösen. 24:25 hieß es nach 40 gespielten Minuten und der erwartete Kraftverschleiß des MTV ließ weiter auf sich warten. Im Gegenteil, die Gäste machten das Beste aus ihrer Situation und spielten äußerst intelligent: Tempo, wo es angebracht war, ansonsten ruhig und konzentriert. Dazu kamen eine sichere Wurfausbeute sowie eine gute Torhüterleistung, denen die Sechziger an diesem Abend nichts entgegenzusetzen hatten. Mit vier Gegentoren für den MTV in Folge geriet man dann zur Halbzeitmitte in einen Rückstand, von dem man sich nicht mehr erholte. Nur drei eigene Tore in 15 Minuten standen zehn Stadelner Erfolge entgegen, so dass die Partie einige Minuten vor Schluss bereits entschieden war. Dass dieses Mal erneut mehr als 30 eigene Tore nicht zu einem Punktgewinn ausreichten ist mehr als ärgerlich für die Mannschaft von Sigrid Rudat. Zu groß sind die Probleme, die sich aktuell in der Abwehr zeigen. Ohne Unterstützung durch die Defensive war es auch den Torhütern nicht möglich, entscheidende Bälle zu parieren, so dass die hohe Zahl an Gegentoren das durchaus erfolgreichen Angriffsspiel erneut wirkungslos erscheinen ließ.
Mit 9:9 Punkten liegen die Weißenburger Handballer im sicheren Mittelfeld der Bezirksliga und haben beim Tabellenzweiten des TSV Roßtal am nächsten Wochenende ein letztes schweres Spiel für dieses Jahr vor der Brust. Vielleicht gelingt ja dann eine Wende – Wünsche darf man so kurz vor Weihnachten auch mal äußern.

Spielverlauf: 0:1, 5:3, 9:6, 12:12, 15:18, 17:19 Halbzeit – 20:22, 24:25, 26:30, 28:35, 32:39 Ende

Strafwürfe: TSV Weißenburg 5/4; MTV Stadeln II 4/4

Strafzeiten: TSV Weißenburg 6 Minuten; MTV Stadeln II 4 Minuten

Für den TSV 1860 Weißenburg spielten:
Jakob Weber, Jascha Flisar (beide Tor); Sebastian Rudat 7, Adrian Morgenroth, Johannes Brechtelsbauer 4/4, Florian Beierlein 2, Tim Lukas 2, Moritz Ortner 3, Moritz Meyer 2, Daniel Wokon 7, Simon Brunnenmeier 1, Jakob Winkler 1 und Michael Brunnenmeier 3.