Mögeldorf ist selten ein gutes Pflaster für die Handballer unsers TSV 1860 gewesen. Da musste man schon einen Blick in die Vergangenheit werfen, als Handball noch mit Bällen aus Dinosaurierleder gespielt wurde, um einen Auswärtssieg im Osten Nürnbergs finden zu können. Dass die SpV aktuell auf Tabellenplatz zwei der Bezirksliga rangiert machte die Aufgabe sicherlich nicht einfacher. Doch die Sechziger kamen mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen und großem Selbstbewusstsein angereist. Zudem mit vollem Kader, da mit Spielern der zweiten Mannschaft aufgefüllt werden konnte. Und der Kader hielt darüber hinaus noch zwei Überraschungen parat: Zum einen war Lukas Krach mal wieder dabei, der aktuell in der Heimat weilt und gerne aushalf.
Und im Tor stand Tobias Meierhuber, der nach langer Verletzungspause zurückkam – grade rechtzeitig, um den verhinderten Alexander Symader zu vertreten. Im Gepäck hatte der TSV auch einige Anhänger, die mit Trommeln für lautstarke Unterstützung sorgten.
Die Stimmung war dementsprechend gut und der Wille bei den Jungs von Sigrid Rudat definitiv vorhanden. Das gesamte Spiel über war die Abwehr der spielentscheidende Faktor auf Seiten der Sechziger. Denn trotz insgesamt 30 Gegentoren zeigte man vor allem Defensiv eine überragende Leistung, die durch Paraden von Tobias Meierhuber komplettiert wurde. Trotz einiger Minuten in Unterzahl und dem Ausscheiden von Daniel Wokon nach Roter Karte zu Beginn der zweiten Hälfte war man dem Angriff von Mögeldorf – immerhin der beste der Liga – immer ebenbürtig. Hier half die Option Lukas Krach natürlich sehr, den Rest erledigten schnelle Hände und kollektiver Einsatz. Aber auch offensiv hatte man für jede Situation die passende Lösung und spielte durchaus schlau und erfolgreich im Angriff. Michael Brunnenmeier glänzte auf der Angriffsmitte und war auch selbst sechs Mal erfolgreich. Dass Moritz Meyer mal wieder als Topscorer agierte ist ja mittlerweile fast jedes Spiel so und er erzielte am Ende acht wichtige Treffer.
Die Sechziger gingen beim Tabellenzweiten von Beginn an in Führung und gaben diese im Laufe der Partie niemals ab. Lediglich in der ersten Halbzeit kam der Gastgeber auf einen Treffer heran, musste bis zur Pause aber einen Vier-Tore-Rückstand verbuchen. Dieser hielt bis zur 49. Minute, als es beim 24:26 nochmal kurzzeitig enger wurde. Doch mit einer überragenden Mannschaftsleistung, die auch von einer vollen Reservebank und geschicktem Coaching durch Sigrid Rudat gestützt wurde, kontrollierte der TSV das Spielgeschehen weiter. Anders als früher knickten die Sechziger beim knappen Spielverlauf nicht ein und trotz einem 28:30 in Minute 58 wurde der mehr als verdiente Sieg nach Hause gefahren. Eben dort, zuhause in Weißenburg wurde dann ausgiebig gefeiert. Denn schöner als Auswärtssiege sind Auswärtssiege an einem Samstagabend. Am kommenden Sonntag bestreitet der TSV 1860 – aktuell Tabellenvierter mit 23:11 Punkten –dann um 16:00 Uhr gegen den TSV Wendelstein 2 das nächste Heimspiel. Anwurf in der Landkreishalle ist um 16:00 Uhr.
Spielverlauf: 0:1, 2:4, 5:7, 10:11, 12:15, 14:18 Halbzeit – 15:21, 18:22, 22:26, 26:29, 28:30, 30:33 Ende
Strafwürfe: SpV Mögeldorf 6/5; TSV Weißenburg 4/3
Strafzeiten: SpV Mögeldorf 2 Minuten; TSV Weißenburg 10 Minuten
Für den TSV 1860 Weißenburg spielten: Alexander Symader, Jascha Flisar (beide Tor); Sebastian Rudat 5/1, Daniel Wokon 3, Markus Hellmich 2/2, Adrian Morgenroth 1, Jakob Weber, Moritz Meyer 8, Adrian Gooßen 1, Lukas Krach 2, Michael Brunnenmeier 6, Florian Beierlein 4, Mario Rausch 1 und Simon Heger.

