Nach der sehr unnötigen Heimniederlage der Vorwoche war man gewillt, Wiedergutmachung zu betreiben und das Spiel gegen den HBC Nürnberg III erfolgreicher zu bestreiten. Obwohl es zunächst so schien, als würde der TSV 1860 mit kleinem Kader auflaufen, fanden sich dann vor dem Spiel am Sonntagnachmittag ganze 14 Akteure ein. Jakob Winkler und Markus Brunnenmeier, die diesmal das Coaching für die immer noch im Urlaub weilende Hauptübungsleiterin Sigrid Rudat übernahmen waren oder der wundersamen Spielervermehrung gleichermaßen überrascht wie erfreut. Der Gegner war ein altbekannter, der dennoch immer mal mit Personalüberraschungen antritt. Vor allem die jungen Talente des HBC besitzen des Öfteren hohe Qualität und sammeln in der Bezirksliga Erfahrung, um dann weiter oben eingesetzt zu werden.
Die Partie begann sehr schnell, wobei die Sechziger zwar das 1:0 durch Florian Beierlein erzielten, in der Folge aber zumeist ein oder zwei Tore zurücklagen. Grade in der Startphase fabrizierten die Sechziger mehrere technische Fehler, die vom HBC bestraft wurden. Mitten der Halbzeit konsolidierten sich die Gastgeber allmählich und die Abwehr wurde allmählich stärker. Während man den Rückraum der Gäste gut im Griff hatte, war der massige HBC-Kreisläufer nur schwer vom Ball zustreben, hatte er diesem einmal in den Händen. Um jeden Ball kämpfte die TSV-Defensive und blieb sehr oft Sieger. So konnte auch der zwischenzeitliche 10:13 Rückstand ausgeglichen und sogar selbst in Front gegangen werden. Das 14:13 hielt jedoch nicht lange und mit 15:16 ging es in die Pause. Dass die Sechziger hinten lagen, war dem guten Schlussmann der Gäste geschuldet und der Tatsache, dass man wahrlich kein Spielglück hatte. Mehrere Pfostentreffer prüften zwar die Statik des HBC-Tores, brachten aber keine Punkte auf die Anzeigetafel. Ganz anders der Gegner, dessen ebenfalls zahlreichen Pfostenwürfe dann irgendwie doch ins TSV-Tor gelangten. Auch Alexander Symader im Weißenburger Tor hatte Pech, dass ihm mehrere Bälle durchrutschten, obwohl der Wurf eigentlich schon entschärft worden war.
Die zweite Halbzeit verlief dann zunächst ähnlich: Aus einer starken Abwehr heraus erspielten sich die Sechziger gute Chancen, konnten sich jedoch nicht absetzen, da auch der HBC weiterhin auf Augenhöhe agierte. Zum Vorteil für den TSV ließen sie jedoch mehrere gute Chancen aus und verwarfen beispielsweise drei Siebenmeter in Folge. Auch Alex Symader wurde stärker, und so waren es die Weißenburger, die ab der Mitte der zweiten Hälfte allmählich die Führung übernahmen. In den letzten zehn Minuten gelang es dann erstmals, mit drei Toren in Front zu gehen – sehr beruhigend für die Nerven, auch wenn die Partie noch nicht entschieden war. Dafür bedurfte es – neben einiger glücklichen Situationen bei denen nun das Glück das Sechziger-Trikot trug – einer sehr ruhigen und konzentrierten Leistung mit weiterhin guter Abwehrarbeit. Florian Beierlein und Tim Lukas zeigten beide vor allem defensiv ein gutes Spiel, wobei letzterer, genau wie Simon Heger mit fünf Toren zweitbester Torschütze an diesem Tag war. Mit sieben Treffern hatte Moritz Meyer erheblichen Anteil am Sieg, der immer wieder von Michael Brunnenmeier in Szene gesetzt wurde und Lücken im HBC-Abwehrverband ausnutzte.
Über 58 Minuten sahen die gut 100 Zuschauer eine sehr enge und spannende Handballbegegnung, die von zwei sehr guten Unparteiischen geleitet wurde. Denn bis dahin war die Partie noch immer nicht entscheiden, 31:28 lautete der Zwischenstand. Die letzten drei Tore des Spiels erzielten dann jedoch die Sechziger, die dadurch einen etwas zu hohen 34:28 Sieg einrüsten konnten.
Am kommenden Samstag reisen die Weißenburger, dann wieder von Sigrid Rudat betreut, zum Tabellenzweiten nach Mögeldorf, wo ein ganz dicker Brocken auf den Tabellenfünften aus der Römerstadt wartet.
Spielverlauf: 1:0, 3:3, 4:6, 7:9, 10:13, 14:13, 15:16 Halbzeit – 17:16, 19:19, 22:22, 25:24, 29:26, 31:27, 34:28 Ende
Strafwürfe: TSV Weißenburg 4/2; HBC Nürnberg III 5/1
Strafzeiten: TSV Weißenburg 4 Minuten; HBC Nürnberg III 8 Minuten
Für den TSV 1860 Weißenburg spielten:
Alexander Symader, Jascha Flisar (beide Tor); Sebastian Rudat 5/2, Markus Hellmich 1, Aaron Gooßen 1, Michael Brunnenmeier 3, Adrian Morgenroth 1, Jakob Winkler 1, Moritz Ortner 4, Simon Heger 5, Moritz Meyer 7, Jakob Weber, Tim Lukas 5 und Florian Beierlein 1.


