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Die Handballer unseres TSV 1860 organisierten ein Testspiel des HC Erlangen gegen Talent Pilsen. 40:19-Sieg vor ausverkaufter Seeweiherhalle: Der Handball-Sport stößt aktuell auf großes Interesse – vor allem durch die aktuell laufende Europameisterschaft. Am TV-Bildschirm sind die Spieler doch weit entfernt, am Freitag dagegen gab es in der neuen Mehrzweckhalle in Weißenburg Handball hautnah zu erleben: Dort hatte der Förderverein der Weißenburger TSV-1860-Handballer ein Testspiel zwischen dem HC Erlangen und dem mehrfachen tschechischen Meister Talent Pilsen auf die Beine gestellt und den rund 800 Handball-Fans aus der Region ein Event der Sonderklasse geboten. Der TSV 1860 knüpfte mit dem internationalen Testspiel an die früheren Events in der Landkreishalle an, als die Bundesliga-Damen des 1. FC Nürnberg sich internationalen Teams stellten und dort Handball-Sport der Extraklasse zeigten. Dem stand auch das HCE-Team nicht nach: Gegen Talent Pilsen stand am Ende ein deutlicher 40:19-Sieg auf der Anzeigetafel.


Bärenstarke Abwehr
Die Erlanger, angeführt vom wieder genesenen Kapitän Sebastian „Flamme“ Firnhaber, agierten aus einer bärenstarken Abwehr, fingen immer wieder die Pässe der Pilsener ab und lagen zur Pause mit 19:11 in Führung. Nach dem Seitenwechsel kam das tschechische Team von Trainer Petr Štochl besser in die Partie, doch die Erlanger hielten dagegen und bauten durch den treffsicheren Christopher Bissel (9 Tore/vier Siebenmeter) die Führung weiter aus. Am Ende hatte das Team von HCE-Trainer Johannes Sellin 40-mal getroffen gegen die über weiter Strecken überforderten Pilsener.
In deren Team fehlten allerdings vier Stammspieler, die aktuell bei der Europameisterschaft in ihren Nationalteams spielen. Mit ihnen im tschechischen Team hätten sich die Erlanger deutlich mehr anstrengen müssen. Das soll die Leistung des HCE keinesfalls schmälern, Trainer Sellin war jedenfalls sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die aktuell in der 1. Bundesliga auf dem zwölften Tabellenplatz steht und am 10. Februar nach der Winterpause Heimrecht gegen den TSV Hannover-Burgdorf hat. Auch die Zuschauer spendeten dem HCE-Team lang anhaltenden Applaus für eine überzeugende Gala.
Solchen gab es auch für die Handball-Abteilung des TSV 1860 Weißenburg und den Förderverein, die mit rund 70 Helferinnen und Helfern im Einsatz waren. Die Fäden waren bei Markus Brunnenmeier zusammengelaufen, der nach dem Testspiel sichtlich erleichtert und zufrieden war. Michael Brunnenmeier hatte als Handball-Experte das Spiel kommentiert, Alexander Höhn die Zuschauer mit kleinen Interviews mit Torwart Simon Sulk und den Paralympics-Bronzemedaillen-Gewinner Lukas Gloßner unterhalten. Mit seinem Rollstuhl-Basketballern der Thuringia Bulls will er das „Triple“ schaffen und 2028 zum zweiten Mal bei den Paralympics teilnehmen. Gloßner erzählte von der Zeit nach seinem Unfall, die überaus wichtige Rolle seiner Mutter und seiner Tätigkeit als Motivator und Speaker. Carsten Bissel, Aufsichtsratsvorsitzende des HCE zollte Gloßner großen Respekt für seinen Weg nach dem schweren Unfall und überreichte ihm ein Trikot mit allen Unterschriften der HCE-Akteure – darunter auch die der beiden Nationalspieler Christoph Steinert und Antonio Metzner, die allerdings diesmal nicht im EM-Kader des DHB-Teams stehen, sondern in Weißenburg ihre Extraklasse unter Beweis stellten.
„Super Kulisse“
„Es ist unfassbar, wie toll hier die Organisation ist“, lobte Bissel die Handballer des TSV 1860, bei denen von den Schülern bis hin zu den ehemaligen Spielern und Spielerfrauen sowie den Funktionären scheinbar alles auf den Beinen war. „Es ist eine super Kulisse hier“, blickte der HCE-Geschäftsführer auf die vollen Tribünen. Für die Stimmung in der Halle sorgten nicht nur die 800 Zuschauer, sondern auch eine Fantruppe des HCE, die sich lautstark mit Trommelwirbeln und Anfeuerungen bemerkbar machte.

HC Erlangen: Tin Herceg, Dario Quenstedt, Marek Nissen (4), Lars Genz (3), Florian Scheerer (5), Maciej Gebala, Sebastian Firnhaber (1), Tobias Buck (5), Christopher Bissel (9), Christoph Seinert, Yannik Bialowas (1), Tim Gömmel (4), Antonio Metzner(4), Sander Øverjordet (4)