Während die 1.Herremannschaft einen rabenschwarzen Tag erwischt, so überrascht die 2.Herrenmannschaft (AH) mit Platz 3. Doppelte Premiere bei der Weißenburger Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 2026: Zum einen wurde das Turnier bei der 21. Auflage erstmals in der neuen Seeweiherhalle ausgetragen und sorgte mit fast 700 Besuchern für einen neuen Zuschauerrekord. Zum anderen holte sich der SV Eintracht Alesheim zum ersten Mal den Titel.
Der Bezirksligist gewann im Finale mit 4:2 (0:0) nach Neunmeterschießen gegen den Kreisklassisten SSV Oberhochstatt und jubelte mit seinem großen Anhang. Der Wanderpokal, den Oberbürgermeister Jürgen Schröppel als Stifter und Schirmherr an SVA-Kapitän Niklas Reutelhuber überreichte, landete damit erstmals außerhalb des Stadtgebietes – der SV Alesheim wie auch die TSG Ellingen (Kreisklasse) spielen schon seit vielen Jahren traditionell bei der Stadtmeisterschaft der Weißenburger Vereine mit.
Beide „Gäste-Teams“ standen auch im Halbfinale: Alesheim gewann zunächst mit 3:0 gegen den TSV 1860 Weißenburg II – als „Zweite“ traten allerdings die „Alten Herren“ des TSV an. Ellingen unterlag im Anschluss beim zweiten Halbfinale mit 0:2 gegen den SSV Oberhochstatt.
Und was war mit dem Titelverteidiger TSV 1860 I los? Der Rekordmeister und Sieger der vergangenen sieben Stadtchampionate enttäuschte auf ganzer Linie und war schon vorzeitig aus dem Rennen. In der Vorrundengruppe B verlor der Landesligist alle drei Spiele gegen die Eintracht Kattenhochstatt (1:2), den SSV Oberhochstatt (1:3) und den SV Alesheim (1:2). Für das ranghöchste Team der Region war das eine ziemliche Blamage, daran änderte auch der 3:1-Erfolg im Neunmeterschießen um Platz sieben gegen den ebenfalls punktlosen B-Klassisten FC/DJK Weißenburg nichts.
Die „Hammergruppe“
Die Gruppe B galt schon im Vorfeld als „Hammergruppe“, zumal mit dem TSV 1860 Weißenburg I, dem SV Alesheim und dem SSV Oberhochstatt die drei Favoriten zusammen gelost wurden. Im Auftaktspiel trennten sich Alesheim und Oberhochstatt mit 1:1, beide gewannen anschließend gegen Weißenburg und Kattenhochstatt und hatten je sieben Punkte. Platz eins ging aufgrund des leicht besseren Torverhältnisses an Oberhochstatt (6:3) gegenüber Alesheim (5:3). Dritter wurde die Eintracht Kattenhochstatt, die später das Neunmeterschießen um Rang fünf gegen den FC Nagelberg mit 2:1 gewann, vor dem Vierten TSV 1860.
In der Gruppe A holten sich die „Oldies“ des TSV 1860 Weißenburg mit sieben Punkten Platz eins. Sie ließen im gesamten Turnier immer wieder ihr fußballerisches Können aufblitzen, bezwangen den FC/DJK (5:2) sowie Ellingen (3:0) und spielten gegen den FC Nagelberg 1:1. Die TSG Ellingen gewann ihre beiden anderen Partien gegen Nagelberg (2:1) und den FC/DJK (3:0) und zog als Gruppenzweiter ins Halbfinale ein.
Dort machten dann wie erwähnt die beiden Teams aus der Gruppe B das Rennen. Die „AH“ des TSV 1860 und Ellingen trafen folglich im kleinen Finale um Platz drei erneut aufeinander. Die Weißenburger setzten sich dabei mit 4:1 durch und retteten sozusagen die Ehre des TSV. Zudem stellten die „Alten Herren“ den Torschützenkönig des Turniers: Der 40-jährige Stephan Handl erzielte in fünf Partien sechs Treffer und wurde bei der Siegerehrung ausgezeichnet.
Im Finale kam es abschließend zum Wiedersehen zwischen dem SV Alesheim und dem SSV Oberhochstatt, die an dem Abend vor vollem Haus die größten Fanblocks hinter sich hatten. Das Endspiel hielt allerdings nicht, was es versprach, war von Vorsicht und Taktieren geprägt, sodass es teilweise sogar Pfiffe von den Rängen gab. Alesheim war offensiv die etwas aktivere Mannschaft, konnte seine Chancen aber ebenso wenig in Tore ummünzen wie auf der Gegenseite der SSV seine Möglichkeiten.
Nach einem 0:0 musste die Entscheidung vom Neunmeterpunkt fallen. Bei Oberhochstatt trafen Jannik Schulze und Fabio Vierke, während Tom Vierke und Jakob Rottler an SVA-Keeper David Lutz scheiterten. Auf Alesheimer Seite zielte Niklas Reutelhuber knapp daneben. Michael Brunnenmeier, Max Pfann, Yannick Trescher und abschließend Leon Schleußinger verwandelten hingegen und besiegelten den 4:2-Erfolg.
Mit dem Neunmeterschießen wurden auch Erinnerungen an das Kreispokal-Halbfinale Anfang Oktober auf dem Feld wach. Damals stand es nach 90 Minuten ebenfalls 0:0 und Alesheim gewann im Elfmeterschießen mit 5:4. Nun war der Sieg vom Punkt mit einem Titel für das Team von Trainer Michael Lämmermann verbunden. Der Coach hatte damit nach dem ersten Gruppenspiel eigentlich nicht gerechnet. Allerdings habe sich sein Team im Stile einer Turniermannschaft gesteigert und am Ende doch noch „verdient“ den Titel geholt.
So sah das auch OB Schröppel, der die Siegerehrung gemeinsam mit Hauptorganisator Roland Mayer vom Ausrichter TSV 1860 sowie Andreas Auernhammer vom Co-Ausrichter SSV Oberhochstatt vornahm. Schröppel sprach auch für sich von einem „Endspiel“, zumal es seine letzte Stadtmeisterschaft als Oberbürgermeister war. Er freute sich über den großen Zuspruch, zeigte Verständnis, dass bei den Spielen mitunter „die Emotionen etwas hochkochten“, und bat darum, dem Turnier auch weiterhin die Treue zu halten.
Dank an Helfer und Schiris
Roland Mayer dankte dem OB für die zur Verfügungstellung der größeren Seeweiherhalle – die Landkreishalle hätte angesichts des Zuschauerandrangs nicht ausgereicht und man hätte sicherlich Besucher wegschicken müssen. Mayer dankte auch den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund für ihr Engagement im Verkauf, an der Kasse, in der Turnierleitung oder auch beim Aufbau und Aufräumen.
Und nicht zuletzt bedankte sich Mayer bei den Schiedsrichtern Matthias Schwarz (SV Burgsalach) und Mirko Körner (DJK Fiegenstall), „die heute nicht immer einen leichten Job hatten“. In der Tat gab es einiges an hitzigen Szenen, die genauso zur Stadtmeisterschaft gehören wie Stimmungsmusik nach Toren oder in den Schlussminuten – von der „Bonanza“-Melodie bis zum „Griechischen Wein“. . .
