Denkbar knapp hat unser TSV 1860 in der Fußball-Landesliga Nordost die große Chance verpasst, auf Platz 13 oder 14 und damit über den Strich der Abstiegszone zu klettern „Denkbar knapp“ deshalb, weil die Weißenburger im Karsamstags-Heimspiel gegen den SV Gutenstetten-Steinachgrund bis zur 82. Minute mit 1:0 führten und mit diesem Ergebnis sowohl an dem direkten Konkurrenten SVG sowie obendrein auch am TSC Neuendettelsau vorbeigezogen wären. Dann allerdings mussten sie noch den späten Ausgleich zum 1:1-Endstand hinnehmen. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten bestimmte der TSV 1860 relativ früh das Spielgeschehen, konnte eine erste Möglichkeit nach schöner Kombination und scharfer Hereingabe durch Alexander Morgenroth aber nicht verwerten und reklamierte dann vergebens Elfmeter:
Dragan Lazarevic wurde im Sechzehner umgerannt, doch Schiedsrichter Jakob Beier (SV Diendorf) ließ weiterspielen. In der 25. Minute spielte Anoirdin Amidou am Sechzehner zu Robin Renner, der gefoult wurde. Diesmal gab es Strafstoß, auch wenn die Situation nicht ganz so klar war wie vorher. Renner trat selbst an und verwandelte mit seinem zehnten Saisontor zum 1:0. In der 40. Minute verpassten die Gastgeber eine höhere Führung, weil ein Zuspiel von Renner gerade noch vor Morgenroth zur Ecke geklärt wurde.
Ampelkarte für Lazarevic
Kurz vor der Pause wurde es dann vor dem Weißenburger Kasten turbulent. Nach einer Ecke sprang Jörn Hohe der Ball unglücklich an den Arm, und es gab Elfmeter, allerdings parierte Torwart Maximilian Laub hervorragend gegen Dustin Lunz und hielt die Führung fest (45.+2). Kurz darauf wurde Noah Schneider ziemlich hart gefoult, der bereits mit Gelb verwarnte Lazarevic flog anschließend wegen Meckerns mit der Ampelkarte vom Platz – für TSV-1860-Trainer Christian Leibhard eine „unverständliche Gelb-Rote Karte“. Die Weißenburger mussten im zweiten Durchgang also in Unterzahl klarkommen. Die Gäste machten nun ordentlich Druck, kamen aber relativ selten zum Abschluss. Für die TSVler wurde das Spiel zu einer regelrechten Abwehrschlacht, sie konnten kaum Nadelstiche in Form von Kontern setzen, nach vorne fehlte die Entlastung. Eine der wenigen Möglichkeiten verpasste Amidou. Steinachgrund dominierte, fand aber kaum spielerische Lösungen und hatte wenige echte Chancen. Zunächst fischte Laub einen 22-Meter-Schuss von Ajdin Kahrimanovic aus dem Winkel, und der Nachschuss wurde geblockt (52.). Mach 70 Minuten zielte zudem Lunz am rechten Torwinkel vorbei. Das war es dann aber schon so ziemlich für die Gäste-Elf, was auch an der leidenschaftlichen Abwehrarbeit des TSV 1860 lag. „Wir haben mit einer herausragenden Mannschaftsleistung dagegengehalten“, lobte Leibhard auch im Namen seiner Coach-Kollegen Tim Lotter und Lukas Siol das TSV-Team.
Dann allerdings kam die 82. Minute, in der SVG-Kapitän Niklas Körber eine Ecke per Kopfball unter ungewollter Weißenburger Mithilfe zum 1:1 ins lange Eck verlängerte. Danach hätte das Spiel für die Hausherren noch verloren gehen können, doch sie hatten Glück, dass ein abgefälschter Schuss von Niklas Rückel am Lattenkreuz landete und der eingewechselte Leon Pauly aus spitzem Winkel über das Tor zielte. Letztlich blieb es auch in der gut sechsminütigen Nachspielzeit beim 1:1.
Mit „ausreichend Abstand und auch ohne Emotion“ stellte Christian Leibhard aus seiner Sicht fest, „dass das Schiedsrichtergespann das Spiel durch eine schwache Leistung geprägt hat“. Knackpunkt war vor allem Gelb-Rot und die hieraus resultierende Unterzahl. Dadurch kippten die Kräfteverhältnisse, und beim TSV 1860 musste man sich nach der langen Unterzahl letztlich mit dem Remis zufriedengeben.
Weiter geht es für die Weißenburger mit zwei Auswärtsspielen und erneuten Kellerduellen beim FC Vorwärts Röslau (Samstag, 11. April) sowie beim TSV Buch (Mittwoch, 15. April).
TSV 1860 Weißenburg: Laub, Amidou (94. Kayis), Schmied, Hohe, Meier, Jäger, Schneider (95. Nassam), Lazarevic, Renner (88. Leitel), Morgenroth (72. Böhm), Tchagouni (78. Krach).
SV Gutenstetten-Steinachgrund: Hurler, Kuhr, Rückel, Lunz, Kolenovic (66. Deininger), Körber, Kölz, Kemenni (55. Pauly), Drießlein, Kahrimanovic, Odobasic.
Schiedsrichter: Jakob Beier (SV Diendorf, Oberpfalz); Zuschauer: 100; Tore: 1:0 Robin Renner (26. Minute, Foulelfmeter); 1:1 Niklas Körber (82.).
