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1.Herren 23 03 26

Dank der Nervenstärke unseres Kapitäns hat unser TSV 1860 seinen Aufwärtstrend in der Landesliga Nordost fortgesetzt und das wichtige Duell gegen den TSC Neuendettelsau mit 1:0 (0:0) gewonnen. Noah Schneider verwandelte in der 87. Minute einen Foulelfmeter und sorgte damit zugleich dafür, dass Christian Leibhard das passende nachträgliche sportliche Geschenk erhielt: Weißenburgs Trainer feierte am Vortag seinen 30. Geburtstag. Zum Feiern war am Samstagnachmittag aber lange Zeit den wenigsten im DOTLUX-Fussballpark zumute. Bei ungemütlichen äußeren Bedingungen schlotterten viele der rund 150 Zuschauer lange vor sich hin, das Geschehen auf dem Platz trug wenig zur Erwärmung bei. „Es war zäh“, sagte auch Chris Leibhard.

Klar, angesichts der brisanten Tabellenkonstellation konnte man auch kein Fußballfest erwarten, beide Mannschaften waren auf Fehlervermeidung bedacht. Vom Spielwitz, den die „Sechziger“ im ersten Heimspiel nach der Winterpause vor allem in der ersten Hälfte gegen den SC Feucht (4:2, Pausenstand 4:0) verbreitet hatten, war gegen den Aufsteiger aus Neuendettelsau nichts zu sehen. Weil aber Neuendettelsau auch nicht Feucht ist.

„Die haben richtig gut gearbeitet“, erkannte auch Leibhard an. Die nennenswerten Szenen sind dann auch relativ schnell erzählt. Nach einer Viertelstunde schoss Schneider einen Freistoß von kurz hinter der Strafraumgrenze drüber, nach einer halben Stunde war Anoirdin Amidou auf der Außenbahn nicht zu stoppen, sein Rückpass fand im Zentrum Marlon Schissler, dessen Schuss aber noch geblockt werden konnte. Eine richtig dicke Gelegenheit hatten dann die Gäste nach 34 Minuten, als Torjäger Moritz Ortner auf Julius Schöniger zurücklegte, der traf aber den Ball nicht richtig. Dafür traf Dragan Lazerevic nach einem langen Ball auf der Gegenseite den armen TSC-Schlussmann Simon Einziger voll; das Glück für beide: Lazarevic zog das gestreckte Bein gerade noch rechtzeitig ein, prallte aber dennoch frontal in Einziger und durfte zu Recht zehn Minuten von der Bank aus zuschauen.

Aber diese Unterzahl überstanden die Hausherren unbeschadet, wieder vollzählig lief ein Rückpass erneut von Amidou von der Grundlinie ins Leere (64.). In der 70. Minute musste der wieder viel Sicherheit ausstrahlende TSV-Torwart Maximilian Laub bei einem satten Distanzschuss von Ortner nachfassen. Als ihm bei einem hohen Ball in den Strafraum Philipp Meier versehentlich zur „Hürde“ wurde, hatte er Glück, dass die Gäste das kurzzeitig entstandene Chaos nicht nutzen konnten. Als dann auch Alexander Morgenroth nach Zuspiel von Lazarevic knapp verzog, schien das Kellerduell auf eine „Nullnummer“ zuzusteuern. Doch dann trat nach 86 Minuten noch einmal Kamal Tchagouni von der Mittellinie aus an, wurde im Strafraum etwas ungeschickt in vollem Lauf von zwei Gegenspielern in die Zange genommen und der gute Schiedsrichter Jonas Kohn zeigte sofort und zum Leidwesen der protestierenden Gäste auf den Punkt – und der nach dieser Runde ja zum VfB Eichstätt wechselnde Noah Schneider durfte seine Nervenstärke aus elf Metern unter Beweis stellen. „Hut ab“, lobte auch Christian Leibhard, „auch wenn Noah nach dieser Saison geht, er trägt die Binde und hat unsere volle Rückendeckung.“

Letztlich freute sich Leibhard mit seinen Trainerkollegen Tim Lotter und Lukas Siol über einen Sieg, der insofern nicht unverdient war, weil der TSV 1860 mehr für das Spiel getan hatte. Es war übrigens der zweite Sieg im zweiten Heimspiel nach der Winterpause (4:2 gegen Feucht), hinzu kommt noch das Unentschieden in Schwabach. Ein für die abstiegsbedrohten Weißenburger optimaler Start ins neue Jahr? „Kann man so sagen“, strahlte Tim Lotter.

TSV 1860 Weißenburg: Laub, Jäger, Schneider, Meier, Renner (87. Leitel), Lazarevic (75. Böhm), Tchagouni (89. Sahitaj), Schissler (55. Morgenroth), Hohe, Schmied, Amidou (90. Kehrstephan).

Schiedsrichter: Jonas Kohn (Germania Amberg); Tor : 1:0 Schneider (87., Elfmeter); Zuschauer: 150.