Unser TSV 1860 trotzte der DJK Ammerthal in Unterzahl, führte sogar mit 1:0, musste sich dem Spitzenreiter am Ende aber doch noch mit 1:2 geschlagen geben: Der abstiegsbedrohte TSV 1860 hat den Spitzenreiter DJK Ammerthal am Mittwochabend an den Rand einer Niederlage gebracht. Trotz Unterzahl führten die Mannen um Kapitän Noah Schneider lange mit 1:0, um dann in der Schlussphase doch noch zwei Treffer zu kassieren und mit 1:2 zu verlieren. Die Oberpfälzer feierten damit den elften (!) Sieg in Serie und bauten ihre Führung an der Spitze der Fußball-Landesliga Nordost auf sechs Punkte aus. Die Weißenburger dagegen warten seit sieben Spielen auf einen „Dreier“ (fünf Niederlagen, zwei Remis) und sind durch diese Negativserie auf den ersten Platz der Abstiegsrelegation abgerutscht (Rang 15). Bei dem Flutlichtspiel auf dem schwer bespielbaren B-Platz an der Rezataue startete der TSV 1860 mit den beiden Ex-Ammerthalern Dragan Lazarevic und Kamalou Tchagouni sowie mit Jonas Herter im Tor. Der 37-jährige Routinier vertrat den beruflich verhinderten Stammkeeper Maximilian Laub und verdiente sich ein Sonderlob von Trainer Marco Fabritius: „Jonny hat ein sehr gutes Spiel gemacht und war sehr wertvoll für uns.“ Bei Ammerthal war der letztjährige Weißenburger Spielertrainer Sebastian Schulik im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.
Die Partie begann äußerst bitter für die Gastgeber, denn nach einem Zweikampf mit Dominik Haller sah Weißenburgs Tevfikhan Koz bereits in der zwölften Minute die Rote Karte. In einer unübersichtlichen Situation und nach Rücksprache mit seiner Linienrichterin entschied der Schiedsrichter auf Platzverweis wegen angeblicher Tätlichkeit. Es war nicht nur eine umstrittene, sondern nach Fabritius’ Worten auch eine „sehr harte Entscheidung“.
In Überzahl war Ammerthal fortan natürlich dominierend, doch die Gastgeber verteidigten mit viel Leidenschaft und gingen in der 28. Minute sogar in Führung: Alexander Morgenroth flankte vom rechten Flügel auf den langen Pfosten, wo Robin Renner einlief und den Ball zum 1:0 im Tor versenkte – sein sechstes Saisontor. Bis zur Halbzeit hatte die DJK noch zwei nennenswerte Möglichkeiten, doch Anton Shynder köpfte daneben und ein Schuss von Simon Pirner wurde geblockt.
Große Chance zum 2:0
Nach der Pause machten die Gäste viel Druck, scheiterten aber immer wieder an der starken TSV-1860-Defensive. Die Weißenburger verlegten sich auf Konter und hatten dabei in der 74. Minute die große Chance zum 2:0: Yannik Krach lief nach einem Steilpass alleine auf DJK-Keeper Christopher Sommerer zu, scheiterte aber an ihm.
Direkt darauf sah Lazarevic wegen wiederholtem Foulspiel (zudem war es ein taktisches Foul) die Gelb-Rote Ampelkarte. Die Weißenburger waren ab sofort nur noch zu neunt, und der folgende Freistoß brachte prompt das 1:1, als Fabio Pirner nach zu kurzer Abwehr im Nachsetzen unter die Latte traf (75. Minute). Ab diesem Zeitpunkt ging es, so TSV-Trainer Fabritius, „nur noch ums Überleben“. Fünf Minuten konnte seine Mannschaft dem Dauerdruck noch standhalten, musste dann aber in der 80. Minute das 1:2 hinnehmen, als Haller zunächst den Pfosten traf und Manuel Mutove als „Abstauber“ zur Stelle war.
So war es am Ende eine bittere und unglückliche Niederlage für die Weißenburger. In einfacher Unterzahl hatte der TSV 1860 fast nichts zugelassen und hätte sogar das zweite Tor machen müssen. Nach dem zweiten Platzverweis wurde es immer schwieriger, und man kassierte schließlich noch die zwei Gegentore. Trotz der Niederlage lobte Trainer Fabritius seine Jungs in höchsten Tönen. Von der Einstellung und vom Kampfgeist her habe sein Team „ein brutales Spiel“ abgeliefert. „Alle haben gefightet bis zum Geht-Nicht-Mehr“, sagte der Coach. Er musste allerdings auch feststellen: „Der Fußballgott ist zurzeit nicht auf unserer Seite.“
Letztlich sei selbst gegen den Bayernliga-Absteiger und Tabellenführer mit dieser „Einstellung, Mentalität und Willenskraft“ mehr drin gewesen. Fabritius und Co hoffen nun, dass sie diese Tugenden auch am morgigen Samstag im nächsten Heimspiel gegen die SG Quelle Fürth (14.30 Uhr, Rezataue) erneut auf den Platz bringen können, um endlich wieder etwas Zählbares mitzunehmen und die aktuelle Durststrecke zu beenden.
TSV 1860 Weißenburg: Herter, Schmied, Amidou, Meier, Hohe, Schneider, Lazarevic, Koz, Renner (81. Sahitaj), Morgenroth (77. Leitel), Tchagouni (66. Krach).
DJK Ammerthal: Sommerer, Kaiser, Haller, Fabio Pirner, Shynder (85. Knisch), Brüggen, Gömmel, Weidner, Janner, Simon Pirner, Manuel Mutove (85. Popp).
Schiedsrichter: Jonas Krzyzanowski (VfR Neuburg); Zuschauer: 100; Tore: 1:0 Robin Renner (28. Minute), 1:1 Fabio Pirner (75.), 1:2 Manuel Mutove (80.).
