Andreas Speer (61) wird ab Sommer Trainer beim TSV 1860 Weißenburg und übernimmt vom Trio Leibhard/Lotter/Siol: Der TSV 1860 Weißenburg hat für die kommende Saison einen neuen Cheftrainer verpflichtet, der in der heimischen Fußballszene bestens bekannt ist und einen sehr guten Ruf genießt: Andreas Speer. Der 61-jährige Zirndorfer wird, wie der TSV 1860 kurz vor dem Heimspiel gegen den SV Gutenstetten-Steinachgrund bekannt gegeben hat, im Sommer die Nachfolge des aktuellen Trios Christian Leibhard/Tim Lotter/Lukas Siol antreten. Diese drei sprangen bei der Weißenburger Landesliga-Mannschaft am Ende der Wintervorbereitung nach der Trennung von Marco Fabritius als vereinsinterne Interimslösung ein. Aktuell kämpft der TSV 1860 um den Klassenerhalt, Speer würde allerdings auch im Falle eines Abstiegs in die Bezirksliga als neuer Coach an der Rezataue übernehmen.
Bei der TSV-1860-Fußball-Abteilung ist man froh, dass in der wichtigen Trainerfrage frühzeitig die Weichen für die Saison 2026/2027 gestellt werden konnten, und vor allem ist man mit der Wahl und der Zusage sehr zufrieden: „Wir freuen uns, mit Andreas Speer einen erfahrenen Trainer verpflichtet zu haben, der das Amt des Cheftrainers ab der kommenden Saison übernehmen wird. Von Beginn an haben wir sehr gute und zielorientierte Gespräche geführt, in denen schnell deutlich wurde, dass wir ähnliche sportliche Vorstellungen und Werte teilen“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.
„Seine fachliche Kompetenz und sein Ehrgeiz passen gut zu unserem Verein und der zukünftigen Ausrichtung“, schreibt die Fußballabteilung weiter. Was man beim TSV 1860 besonders schätzt: „Andy“ Speer bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung als Trainer im Herrenbereich mit. Seine erste Station war der damalige Landesligist SC Eltersdorf, bei dem er acht Jahre lang als Coach tätig war. Danach folgten jeweils zwei Spielzeiten beim ASV Neumarkt (Landesliga), beim TSV Berching (Bezirksliga) und bei der DJK Ammerthal (Bayernliga).
Elf Jahre in Wendelstein
Ab 2014 begannen elf Jahre in Wendelstein. Es fing noch beim TSV Wendelstein in der Kreisliga an, nach der Fusion (mit Röthenbach/St. Wolfgang) zum FC Wendelstein führte Speer diesen 2019 in die Bezirksliga, etablierte den FCW als Spitzenmannschaft und feierte mit ihm mehrere Pokalerfolge. Vorigen Sommer endete die Ära, und Andreas Speer übernahm praktisch vor der Haustür den ASV Zirndorf in der Bezirksliga Nord. Mit dem ASV gewann er Ende Juni 2025 übrigens ein Testspiel in Weißenburg mit 5:2. Allerdings trennten sich die Wege von Speer und Zirndorf – ähnlich wie beim TSV 1860 – kurz vor dem Re-Start 2026. Der 61-Jährige will hier nicht weiter nachkarten, macht aber deutlich, „dass ich beim ASV nie so richtig angekommen bin und dass es letztlich nicht gestimmt hat“. Von daher sei der Schlussstrich vor wenigen Wochen die bessere Lösung für beide Seiten gewesen.
Dass nur einige Tage später die Anfrage aus Weißenburg durch Christian Leibhard kam, freute ihn besonders – auch weil ihm dabei „so viel Wertschätzung und Sympathie entgegengebracht wurde“. Mit dem TSV 1860 gab es in den vergangenen Jahren immer wieder sportliche Berührungspunkte. Angetan ist Speer zum einen davon, was Weißenburg seit Jahren aus seinen Möglichkeiten macht. „Da habe ich mir schon immer gedacht: das hat was.“ Beim Heimspiel gegen Neuendettelsau war er jüngst vor Ort, und da hat ihm zum anderen auch das ganze Drumherum gut gefallen. Da obendrein die Gespräche mit den Verantwortlichen hervorragend liefen, brauchte er für seine Zusage nicht lange überlegen.
Andreas Speer war in seiner Spielerkarriere als Torhüter auf hohem Amateurniveau aktiv. Schon in der Bayernliga-Jugend mit der damaligen SpVgg Fürth hatte er dabei seine ersten Begegnungen mit dem damaligen TSV Weißenburg. Viele Jahre spielte der gebürtige Altenfurter dann im Herrenbereich beim ASV Neumarkt unter Trainern wie „Nandl“ Wenauer oder Rudi Sturz bis zur Bayernliga, war dort Kapitän und absolvierte 564 (!) Spiele für die Oberpfälzer. Nach ein paar kürzeren Stationen folgte schließlich beim SC Eltersdorf der nahtlose Übergang vom Spieler zum Coach.
Pendeln für Job und Fußball
Beruflich ist Andreas Speer seit über 40 Jahren bei der Firma Max Bringmann KG – folia in Wendelstein tätig, und fungiert dort als Versandleiter und Betriebsrat. Er lebt mit seiner Frau in Zirndorf, zusammen haben sie eine 22 Jahre alte Tochter. Den relativ weiten Weg von Zirndorf nach Weißenburg sieht er nicht als Problem, weil er eh meist nach der Arbeit von Wendelstein zu seinem neuen Verein ins Training fahren wird, was um einiges schneller geht.
Nachdem die Schlüsselposition des Trainers für die kommende Runde geklärt ist, ist beim TSV 1860 klar: „Bis zum Saisonende liegt unser voller Fokus auf dem Klassenerhalt in der Landesliga Nordost, den wir gemeinsam mit der Mannschaft erreichen wollen“, sagt Christian Leibhard. „Parallel dazu arbeiten wir daran, den bestehenden Kader gezielt zu verstärken.“
Sollte es im Abstiegskampf „lichterloh brennen“, wie Speer es formuliert, dann können sich beide Seiten vorstellen, dass der künftige Coach schon früher übernimmt, um nochmals einen Impuls zu setzen. Andy Speer glaubt aber nicht, dass es soweit kommt, denn: „Ich vertraue den Jungs voll.“ UWE MÜHLING

